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Sonntag, 16. Oktober 2011, 18:44

Sehr unangenehme Zwangsgedanken

Hallo liebe Community,

habe mich dazu durchgerungen hier mal um Rat zu fragen.
Ich schäm mich schon beim schreiben ein wenig, aber ich Versuch einfach mal mein Problem zu erläutern:

Ich bin 19 Jahre alt, habe auch sonst einige Zwänge, die mich aber bisher im Alltag nicht soviel Lebensfreude gekostet haben...
Vor etwa 1,5 Monaten habe ich wie durch Zufall eigentlich und ohne ersichtlichen Grund kurz die Vorstellung Sex mit meiner Mutter zu haben *bah*... Ich war sehr erschrocken und absolut angewidert und etwa eine Woche lang hatte ich auch einige Angstattacken, weil ich eben zwanghaft drüber nachdenken musste und immer wieder überlegt habe "Wie konnte ich nur darüber nachdenken?" und "Wenn ich tatsächlich darüber nachdenke, könnte es irgendwie real sein?".
Zwischenzeitlich ging es dann einigermaßen und ich hab mich immer regelrecht geschüttelt, wenn der Gedanke nur ansatzweise hochkam...
Dann wurde es wieder schlimmer und ich hab mich geschämt und vor mir selbst geekelt auch weil in dem Kontext von Sex der Gedanke aufkam "Daraus resultieren ja Kinder"... Da kam mir fast das Kotzen... Weiß auch nicht, ob ich das direkt auf mich bezogen habe oder die diesen Gedankengang an sich gedacht hab... (habe zudem, wenn ich das hier so schreib, das Gefühl, dass ich "nicht genug angewidert" bin oder so ähnlich *schauder*)

Jedenfalls habe ich jedesmal, wenn dran denke ein Ablehnungsgefühl, habe aber den Eindruck, dass es nach und nach abnimmt und dass ich mich nicht mehr genug vor dem Gedanken ekel... Habe sehr große Angst, dass diese Hemmung verschwindet und fühle mich insgesamt einfach unfassbar schmutzig, kann aber auch nichts daran ändern, dass die Gedanken immer wieder kommen und es ist irgendwann auch zu anstrengend sich dagegen zu wehren... Ich grübel dann zumeist auch solange darüber nach bis ich endlich halbwegs das Gefühl habe, dass meine Gedanken eigentlich völlig absurd und lächerlich sind...

Ich wünschte, dass mir diese Gedanken nie gekommen wären und dass alles wieder so ist wie vorher... Jetzt gerade im Moment des Schreibens bspw. habe ich den Eindruck von dem, was ich schreibe, dass es vollkommen widerlich ist, aber dass ich nicht erschrocken genug darüber bin, was ich da eigentlich schreibe, was aber in diesem Fall vielleicht an der Distanz liegen könnte, die man beim schreiben aufbaut, habe halt wie gesagt wirklich Angst, dass ich das alles irgendwann vielleicht als normal oder gar angenehm empfinden könnte.

Hoffe ich konnte das alles halbwegs klar formulieren und, dass Ihr nicht zu erschrocken seid von mir...

2

Montag, 17. Oktober 2011, 10:16

Hallo nochmal,

Habe seit gestern versucht das ständige grqbeln zu unterlassen und auch nicht mehr von meiner Mutter abzuwenden... Bin jetzt nicht mehr so panisch, aber gerade das macht mir Sorge und habe das Gefqhl unnormal zu sein. Habe den Eindruck, es jetzt nicht richtig zuendegedacht zu haben, um es dann als vQllig absurd und widerlich abtun zu kQnnen, will aber gleichzeitig nicht mehr drqber nachdenken. Hab jetzt ein mulmihes Gefqhl, ich kQnnte es irgendwie akzeptiert haben oder so, was mir nicht gut bekommt... Auch wegen der Vorstellungen, die ich ja hatte... Ich will halt nicht, dass ich sowas als normal empfinde, weil mir die Gedanken dafqr als zu real vorkommen (im Nachhinein)...

Hab Schwierigkeiten mich deutlich dahinhehend auszudrqcken, hoffe ihr versteht mich... Habe halt total die Sorge, das wäre irgendwie real und so will ich einfach nicht sein... Kann auch nicht mehr wirklich einordnen, ob ich das wirklich alleswirklich so vQllig abstoßend finde oder nicht, was mich sehr bedrqckt.Hätte sogern wieder den davor-zustand.

Hoffe, das ihr mich versteht und evtl. irgendwie Rat wisst... (auch wenn das alles etwas verwirrt klingt bei mir)

Viele Grqße

Edit: Meine grQßte Sorge is halt, dass am Ende der Kette die Erkenntnis stehen kQnnte, dass mir das sogar gefällt...
Habe auch zeitweise so eklige zwanghafte Gedanken, dass es ubaufhaltsam wäre dass ich mit meiner mutter eine beziehung fqhre und familie grqnde und so ein mist und stell mir das auch noch zwanghaft vor, mir gehts grad echt nicht gut, fuehl mich ohnmaechtig.der angst ausgeliefert ich koennte das wirklich wollen und ich will solche gedanken nicht mit meiner mutter in verbindung bringen...
Ich glaub ich dreh durch

3

Montag, 17. Oktober 2011, 14:01

ok, ich versteh solangsam nicht mehr, warum ich sowas denke und verstehs insgesamt nicht mehr... Die Realiätsferne fällt mir schon auf, aber allein diese Vorstellungen zu habem, gaukelt mir vor das wäre etwas irgendwie reales, aber ich finde irgendwie keinen Ausweg...
Tut mir qbrigrigens leid, falls ich Euch erschrecke oder so, hab halt nur auf etwas Hilfe gehofft oder jemanden, dem es nur ansatzweise ähnlich geht.

Edit: Grad mal wieder ein zwei klare Gedanken, wo mir die Gedanken völlig unlogisch erscheinen und auch keine Angst mehr machen, die Frage ist wie lang und wie schafft man es diesen Zustand zu halten? Das ist echt fürchterlich so etwas phasenweise zu haben...

4

Montag, 17. Oktober 2011, 20:55

Kann mir denn echt niemand helfen?? Das ist jetzt auch nicht so eklig als würde ich mir das alles ausmalen oder so, es sind halt oft so aufblitzende Gedanken die wieder kommen und mich echt fertig machen, weil ich das gar nicht denken will, auch wenn ich manchmal angst hab, dass es anders wäre, aber wenn es so wär hätte ich wohl nicht diese angst und ekelattacken...
hat niemand tipps für mich?? komm mir richtig schlecht vor, habe auch den eindruck, dass dieses prüfen, dass ich das alles nciht wollen kann noch ein kontrollzwang ist der dazu kommt, weil ich das wiederhole, obwohl ich weiß, zu welchem ergebnis ich komme...

nefesch

unregistriert

5

Montag, 17. Oktober 2011, 23:11

hallo dan

das klingt für mich nach typischen zwangsgedanken.
dich hat der gedanke erschreckt - du willst ihn wieder loswerden
je mehr du es versuchst - desto mehr kommen die gedanken wieder auf
das ist ja das miese an den zwangsgedanken
dein versuch, es über gedanken zu lösen, nennt man "neutralisieren"
bei einer person mit waschzwang, wäre das neutralisieren, sich die hände zu waschen. bei menschen mit zwangsgedanken kann das neutralisieren das denken von gegengedanken sein.
und damit beginnt der kreislauf :-(
das was du tun kannst, ist, die anspannung die die gedanken verursachen auszuhalten und nicht die gegengedanken zu denken. das ist wahnsinnig schwer, aber die beste methode.
irgendwann lässt dann die anspannung nach und du merkst, dass du gar nicht das neutralisieren brauchst (obwohl es scheinbar der einfachere weg zu sein scheint)
ich kenne das leider nur zu gut - wenn auch mit anderer thematik
ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

6

Dienstag, 18. Oktober 2011, 00:35

Puh.. also vielen Dank, tut zumindest schonmal gut, dass jemand einem trotz der ziemlich seltsamen und absurden Gedanken einem bestätigt, dass man nicht völlig verrückt geworden ist... Habe vor kurzem mein Physikstudium begonnen und konnt mich von Anfang an deswegen kaum konzentrieren, weil ich immer versucht hab, einfach aufzuhören drüber nachzudenken....
Werde das mit dem Aushalten versuchen umzusetzen, auch wenn damit wie schon beschrieben Ängste verbunden sind :(...

Danke Dir auf jedenfall... Mit jemandem zu schreiben, der einen nicht sofort für völlig bekloppt hält hat was beruhigendes. Hoffe mal, dass es Morgen nicht ganz so schlimm ist wie heute, habe wohl auch etwas überhastet häufig hier geschrieben in meiner "Panik"...

Werde die nächste Zeit dann mal schreiben wie gut/schlecht ich damit zurecht komme...

Mir fallen in diesem Zusammenhang jetzt meine anderen Zwänge auch viel stärker auf, die sich bisher in meine Tagesablauf eingeschlichen haben und die ich gar nciht mehr wahrgenommen habe... Hoffe mal, dass ich das auch irgendwann abgestellt bekomm, aber dafür habe ich die wohl schon zu lang.

Naja genug geschwafelt... Liebe Grüße an alle und gute Nacht

7

Dienstag, 18. Oktober 2011, 13:30

Hallo Dan, habe mich auch eben hier registriert, denn ich kenne solche unangenehmen Gedanken auch zur Genüge. Bei Gedanken mit sexuellem Inhalt wie Deinen kann ich relativ leicht abschalten, sonst haben die meisten Zwangsgedanken relativ viel Gewalt über mich bzw. nerven mich ziemlich.

Was ich damit sagen möchte: Das Problem bei Zwangsgedanken ist die Bewertung! Wenn ich mir das so anhöre, was Du schilderst, finde ich das nicht schlimm, da ich mir sicher bin, daß Du nichts mit Deiner Mutter anfangen wirst. Die Zwangsgedanken erwischen Dich immer bei dem, wovor Du an meisten Angst hast. Wenn Du z.B. wie ich sehr große Angst hast, Deine Freundin zu verlieren, sei es durch einen Autounfall, Krankheit oder Ähnliches, dann bekommst Du irgendwann zwangsläufig Angst, daß Du selbst eventuell auch gefährlich werden könntest und dann bekommt man diese nervigen Gedanken, daß man seiner Freundin eventuell etwas antun könnte. Ich habe nun in meiner 2. Therapie gelernt, daß die Gedanken da sind, weil ich so viel Angst habe, meine Freundin zu verlieren.

Du kannst relativ leicht überprüfen, inwiefern diese Gedanken wirklich Deinen Wünschen entsprechen, indem Du Dir einfach sagst: "Los, jetzt schlafe ich mit meiner Mutter und versuche, Sie dazu zu gewinnen, es mit mir zu tun!" In dem Moment, wo Du Dir die Erlaubnis erteilst, wirst Du merken, daß es gar nicht Dein Wunsch ist und absolut keine Gefahr besteht, daß Du wirklich mit Deiner Mutter schläfst. Nun hast Du Deine Gedanken als Zwangsgedanken "geoutet". Die sind wie ein gebrochener Fuss, Du kannst also nichts für sie! Ich kann Dir auf jeden Fall ein Buch empfehlen: Frei werden von Zwangsgedanken von Hansruedi Ambühl, kostet 15 Euro bei Amazon. Wenn das Buch nicht auf Dauer hilft, mach´auf jeden Fall eine Therapie, Dein Problem ist lösbar :))!

8

Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:21

Hallo suliki,

Habe mehrmals qber deinen Satz nachgedacht und das hat tatsächlich geholfen... Nur dann denke ich auch wieder drqber nach, ob mein Nicht-Wille vielleicht doch nur durch die Hemmung und das Verbot bedingt war. Mache mir auch darqber Gedanken, dass dieses ursprqngliche Ekelgefqhl nicht mehr da ist und denke dauernd "Wenn du dir das schon geistig vorstellen kannst, dann ist es auf rein theoretischer Ebene auch in der Realität mQglich und du musst es am Ende auch tun." und hab dann wieder solche Vorstellungen. Keine Ahnung was das zwingende "muss" da soll, aber dann bin ich manchmal so in der Gedankenspirale drin, dass das alles kurzzeitig auf mich wirkt als wäre alles schon zu spät, weil mein Ablehnungsgefqhl nicht groß genug ist, als hätte ich mich damit abgefunden so zu denken...
Habe Probleme zu erkennen, was nun wirklich real ist, und zweifel dann immer wieder, was auch daran liegen mag, dass inzwischen alle mQglichen Dinge die Gedanken "triggern" und ich durch das ständige grqbeln ein etwas verzerrtes Bild von meiner Mutter bekommen habe, was ich echt schlimm finde.

Das ist irgendwie diese absolute Sicherheit, die ich immer haben will, dass etwas genau so ist, wie es meiner Meinung nach sein sollte und je mehr ich drqber nachdenk desto verzerrter wird die Wahrbehmung

Naja, so hat wohl jeder von Euch so sein Zwängchen zu tragen, euch gehts da sicher nicht besser wie mir.

Danke jedenfalls schonmal fqr die Tipps bisher, bin natqrlich offen fqr weitere. :)
Sowas dauert wohl länger bis es verschwindet, auch wenn man sich ja immer instantane Besserung wqnscht, dass alles *schnipps* wieder gut ist.

Viele hoffnungsvolle Grqße aus dem HQrsaal, hehe

9

Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:29

Hallo Dan, ja, das kenne ich leider auch. Kaum hat man etwas im Griff, dann schlägt es von der Seite wieder zu, wie ein durchtrainierter Klitschko. Ich weiss nicht, ob Du den Mut aufbringst, mal mit Deiner Mutter darüber zu sprechen. Ich bin mir sogar fast sicher, daß Du mit ihr gar nicht darüber reden möchtest, weil Du es für überflüssig hältst! Hier musst Du ansetzen, denn ein Teil in Dir kann offenbar sehr gut unterscheiden, was ein Zwangsgedanke ist und was nicht. Zwangsgedanken gehen davon leider nicht sofort weg, aber Du fühlst Dich dann nicht mehr so blöd, weil Du weisst, dass der Gedanke, mit Deiner Mutter zu schlafen, an sich gar nicht von Dir kommt, sondern ein Zwangsgedanke ist :))!

10

Dienstag, 18. Oktober 2011, 17:27

Naja, mit meiner Mutter drüber reden will ich eigentlich nicht. Das würde finde ich einen sehr seltsamen Eindruck machen und ich will eigentlich als Person immer möglichst integer und "sauber" wirken, was wohl der falsche Ansatz ist, aber irgendwie will ich keine seltsamen Eindrücke von mir entstehen lassen... Wünsche mir eigentlich, dass ich das allein auf den Vorher-Zustand zurückbringen kann... Das schlimme ist ja, dass man rein objektiv betrachtet sofort verstehen kann, dass die Zwangsgedanken nicht die eigenen sind, aber die inneren Vorstellungen und Gedanken einem sehr wechselhaft mal den einen Eindruck, mal einen anderen verschaffen...

Hoffe zumindest, dass ich die nächsten Tage nicht ganz so tief in den Gedankensumpf abrutsche...
Übrigens, Fun Fact vom Wochenende: Wenn ich getrunken hab, fällt mir viel deutlicher auf, dass die Gedanken totaler Blödsinn sind... :D

PS: Jetzt, wo ich selber das Internet auch mal zum Zweck der Selbsthilfe gebraucth habe und zum Austausch über schwierige Themen, bin ich umso wütender über politische Forderungen nach Klarnamenpflicht und ähnliche Dinge... Wollte ich hier zumindest mal angesprochen haben.

11

Dienstag, 18. Oktober 2011, 17:50

Kann ich verstehen, daß Du das Thema an sich nicht magst, genau deshalb setzt es sich ja auch so bei Dir fest. Genau die Dinge, die Du niemals tun würdest, erzeugen Zwangsgedanken, unlogisch, aber so ist es! Du hast auf jeden Fall Recht, daß man in so einem Forum hier zumindest vom Namen her anonym sein sollte, schliesslich sind das nicht gerade Dinge, die man unbedingt jedem erzählen will, obwohl eigentlich nichts Schlimmes daran ist, es ist eine Erkrankung und für die kann man nichts!

Was den Alkohol betrifft, bei mir wird es dadurch eher schlimmer, aber ich freue mich, daß es Dir hilft, aber nicht zum Trinker werden deshalb ;)!

Ich würde übrigens noch mal schauen, warum die Zwangsgedanken ausgerechnet Deine Mutter betreffen, wahrscheinlich hast Du Angst, daß Euer gutes Verhältnis durch irgendetwas zerbrechen könnte, und überprüfst deshalb alles in der Umgebung, auch Dich, auf eine mögliche Gefahr, die normale Mutter-Sohn-Beziehung zerstören zu können. Ich meine: Du bist in Ordnung und kannst nichts für Deine Gedanken!

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Dienstag, 18. Oktober 2011, 18:11

Mmhhh, habe keine Ahnung, warum ausgerechnet meine Mutter... Das kam halt so ziemlich aus dem Nichts, kann aber natürlich sein, dass es auch was mit Verlustängsten zutun hat. Ich kann's natürlcih nicht sonderlich gut beurteilen, weil ich nunmal direkt eingebunden bin. Tut trotzdem gut auf so einer "Metaebene" drüber zu reden, das verschafft Abstand und auch ein bisschen Realitätsabgleich...

Danke Dir, suliki, (und allen anderen) auf jedenfall für den Zuspruch, das hilft gewaltig.

Bezüglich Klarnamenpflicht: Aus technischer Sicht, kann man jeden, falls notwendig, mithilfe eines richterlichen Beschlusses identifizieren lassen. Gerade deswegen finde ich diese Ideen völlig überflüssig, aber möchte hier auch keine politischen Fässer aufmachen, weil das ist hier ja eigentlich nicht das Thema. (und die eigene Persönlichkeit ist ja sowieso niemals anonym... wie sollte sie es auch sein)

Und keine Sorge, trinke eigentlich nur, wenn ich mit Freunden weg bin ;)

13

Dienstag, 18. Oktober 2011, 19:10

Ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen, daß Du auch automatisch andere Themen hast, die Dich beschäftigen, auch wenn die Thematik sicherlich nicht sonderlich zur Entspannung beiträgt. Ich rege mich auch oft auf und das ist zumindest ein Gefühl, was einem zeigt, daß man nicht nur aus Zwangsgedanken besteht!

Ich bin auch der Meinung, daß Du das relativ gut in den Griff bekommen kannst! Das, was Du da erlebst, kannst Du sicherlich nicht jedem erzählen, aber auch nur deshalb nicht, weil man das eben nur als Fachmann oder Betroffener richtig einordnen kann. Somit stehst Du aber nicht alleine damit da, denn auf der einen Seite hast Du das Internet und auf der anderen Seite die Profis, an die Du Dich jederzeit mit Deinen Problemen wenden kannst und die das auf Garantie nicht zum ersten Mal hören! Ich versuche, die Problematik immer wissenschaftlich zu verstehen und da hat man schon sehr viel herausgefunden die letzten Jahre. Auf jeden Fall kann man sagen, daß Du weder pervers, noch verrückt bist, Du hast Zwangsgedanken, die Diagnose steht schon mal. Und im Gegensatz zu Krebs, ist das etwas, was Du 1. überleben wirst und 2. mit etwas Anstrengung auch reduzieren oder sogar ganz loswerden kannst! Das ist doch super 8)!

14

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 09:52

Hallo nochmal,

Bin heut Morgen unruhig aufgewacht mit dem Gedanken, dass mir das alles in wirklichkeit will und so im Halbschlaf war da auch kein Gefuehl, dass mir gesagt hat "natuerlich nicht"... Habe dann direkt ueberlegt "das darfst du doch nicht wollen" und "das will ich einfach nicht wollen". Konnte danach natuerlich kaum noch richtig schlafen.

Hab dann heute morgen mal ein paar maedchen angeschaut so auf der strasse um zu pruefen, dass mir das eigentlich viel mehr gefaellt und ich fand es eigentlich angenehm, aber irgendwie baut sich jetzt auch dabei ziemliche anspannung auf.

Habe auch ueberlegt, ob ich mich vielleicht einfach nach etwas mehr naehe zu meiner mutter sehne, aber die kann ich ja kaum noch aufbauen, wenn ich dauernd diese verbindung hab und innerlich immer pruefen muss...

Es faellt mier schwet das einzuordnen irgendwie, hab so. ein difuses gefuehl von unbehagen.
deute ich das alles vllt voellig falsch und sind das wirklich nur diese zwangsgedanken? Bin wirklich an mir am zweifeln gerade.
Habe es ja geistig praktisch schon irgendwie getan :(... Das ist alles so seltsam.

Bitte mal um eine einschaetzung von aussen..

15

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 11:11

Ok. Also, weil ich ich es als Vorstellubg irgendwie nicht fundamental ablehnen kann, hab ich wohl den Fehleindruck, dass es mir irgendwie gefallen wuerde, wedhalb ich schlussgefolgert habe, dass ich es irgendwann tun muesste... Da ich das aber voellig ablehne und nie Sicherheit habe, dass nichts passiert, steht das diametral gegeneinander...
Kann man damit was anfangen, weil sonst platze ich ?
Wie krieg ich das wieder normal?

Pls help

16

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 12:27

Hi Dan, also wenn das keine Zwangsgedanken, sondern Deine wirklichen Wünsche wären, dann wären Dir diese Gedanken nicht unangnehm und Sie würden auch nicht permanent wiederkehren, deshalb sind sie Dir ja so lästig: Sie sind Dir unangnehm und kehren immer wieder, eindeutig Zwangsgedanken! Ich würde Dir wirklich vorschlagen, schnell mal einen Termin bei einem Neurologen zu machen und dann eine Therapie bei einem Therapeuten zu versuchen, der sich auf dem Gebiet auskennt. Mir haben damals die Leute auf der Seite: http://www.zwaenge.de/ weiter geholfen, als ich einen Therapieplatz in Berlin gesucht habe!

Du darfst jetzt nicht darauf schließen, dass die Gedanken wiederkehren, weil Du das in den Gedanken wirklich möchtest, eher das Gegenteil ist der Fall, die kehren wieder, weil sie Zwangsgedanken sind und da Dich das in Deinem Alltag behindert, musst Du Dich darum kümmern! Wenn Du Therapie noch nicht in Betracht ziehst, dann würde ich weiter nach Büchern zum Thema schauen, z.B. das von Hansrüdi Ambühl! Auf seiner Homepage hat der auch schon ein paar Tipps zum Umgang mit Zwangsgedanken, schaust Du hier ;)!

http://www.zwangsstoerung.ch/selbsthilfe-sFs.htm

Aber eines ist sicher, Du hast Zwangsgedanken, sonst wären sie Dir nicht so unangenehm!

17

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 13:09

Aber ich habe das Gefuehl, dass ich da sehr bewusst drueber nachdenk, um zu den Ergebnis zu kommen, dass der Gedanke selbst voellig absurd ist. Doch dadurch stell ich es mir wieder aktiv vor und zweifel so stark und habe Angst, dass es bei mir positive Gefuehle ausloest. Und ich schaff es einfach nicht das ganze eindeutig als absurd abzutun und spinne halt weiter, dass es dann auch real werden muss und ich es am ende tun muss (klingt sehr abstrus ich weiss)... Naja und das kann und darf in meinen augen nicht sein und erzeugt denke ich diese innere spannung...

Faellt das wirklich unter Zwangsgedanken? Kann mir auch grad nicht vorstellen wie das we%gehen soll :( und sorry dass ich euch damit so zumuell

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Mittwoch, 19. Oktober 2011, 13:24

Hi Dan, ich habe nicht Psychologie studiert, aber trotzdem bin ich mir zu 99,9 Prozent sicher, daß es sich um Zwangsgedanken handelt, denn alles, was Du da schilderst ist einfach total typisch dafür! Es ist richtig, daß Du skeptisch bist, vielleicht würde Dir helfen, wenn Du im Internet schaust, was andere zu dem Thema an Erfahrungen schreiben, Du brauchst einfach nur nach "sexuellen Zwangsgedanken" googeln und Du wirst sogar im Focus online etwas zu dem Thema finden! Vor allem musst Du nicht unbedingt mir, aber wenigstens den wissenschaftlichen Ergebnissen zu dem Thema trauen! Ich hatte das auch mal, als ich meine Aids-Phobie hatte, da habe ich auch niemanden mehr geglaubt, daß man das nicht über die Luft oder normale Körpernähe bekommen kann. Ich habe mich weiter und weiter informiert und irgendwann habe ich das Thema für mich abgeschlossen und nun ist die Aids-Phobie weg!

Du brauchst also mehr Information, der Du vertraust, deshalb brauchst Du wissenschaftliche Ergebnisse dazu und Du bekommst Du per Buch, Neurologe oder Psychotherapeut, denn Du bist wirklich nicht der Erste mit diesen blöden Problemen und kein Profi wird das merkwürdig finden!

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Mittwoch, 19. Oktober 2011, 15:21

Ja, wahrscheinlich hast Du Recht... Es ist auch komisch, dass ich das morgens stärker habe und nach sehr viel quälendem grübeln es irgendwie nachlässt.
Es ist halt irgendwie schwierig diesem Gedankenstrudel zu entgehen. Wenn man da einmal drin ist kommen dann am Ende wohl diese beängstigenden Gedanken wie "Wenn du es dir schon vorgestellt hast, dann MUSST du es jetzt auch tun" (find den Gedankengang selber ja recht absurd, wenn ich etwas klarer bin...).

Habe den Focusartikel eben noch gelesen, bevor dann mein Handyakku mich verließ, es fällt mir nur nicht einfach dann bei jedem Gedanken sofort klar zu sagen "Ah, Zwangsgedanke", weil das hat so etwas axiomatisches, was man in dem Moment sich einfach glauben muss.
Hatte auch schonmal ein bisschen in englischen Foren gesucht (da gibt's ja logischerweise noch ein paar mehr Leute, die sich austauschen), nur irgendwie hält der Zustand der Erkenntnis nicht dauerhaft an :(. Vielleicht ist das aber auch Lernsache, sich dann selbst immer wieder drauf aufmerksam machen zu können, ich weiß es leider nicht, mir ist das alles neu.

Hab auch noch ein paar Fragen:
Wie lang hat das bei Dir gedauert. bis Du es im Griff hattest und hattest Du auch solche Angstzustände, wo Du so "ganz tief drin" warst in der Irrationalität?
Wie genau reagierst Du auf solche Gedanken, um sie einfach so liegen lassen zu können?
Kann es sein, dass die Symptome begünstigt werden dadurch, dass im Moment viel Neues auf mich zukommt (Studiumsbeginn und so)?

Möchte mich übrigens nochmal total bedanken dafür, dass Du dir hier die Zeit nimmst und das, was ich so schreibe erträgst... ;)

20

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 17:40

Hi Dan, zunächst einmal vielen Dank für das Dankeschön, gern geschehen 8)! Habe einfach gemerkt, daß Du sehr verunsichert bist und da ich das kenne, wollte ich versuchen, Dir wenigstens die Verunsicherung zu nehmen bzw. die Gewissheit zu geben, daß Du wirklich "nur" Zwangsgedanken hast! Zwangsgedanken sind anstrengend und treten auch bei mir recht plötzlich auf und verhaken sich dann oder auch nicht. Trotz Therapie habe ich kein eindeutiges Rezept, wie man die vollkommen vernichtet, denn obwohl ich weiss, daß es sich um Zwangsgedanken handelt, verunsichert auch mich das geballte Auftreten oft sehr stark, weil es dann einfach regelrecht Besitz von mir ergreift.

Nach den ersten Büchern und Forenbeiträgen, die ich vor ein paar Jahren im Internet durchgelesen habe, ging es mir erst mal viel besser, weil ich nun wusste, daß ich

1. nicht pervers bin
2. es anderen auch so oder sogar noch schlechter geht
3. es Hilfe in Form von Therapie gibt

Die Zwangsgedanken sind bis heute nicht verschwunden, aber ich sage mir oft, daß ich z.B. heute keine Lust habe, daß sich diese so stark auf meinen Alltag auswirken und dann verziehen die sich auch wieder. Man könnte sagen, desto weniger Du Dich für Deine Zwangsgedanken interessierst, desto schwächer werden die in Ihrer Wirkung auf Dich.

Allerdings ist es auch so, daß Du dann vielleicht das Gefühl hast, daß wirklich etwas mit Dir nicht stimmt, wenn Du nicht gegen solche merkwürdigen Gedanken vorgehst und gedanklich gar nichts mehr dagegen unternimmst. Diese Phase des Ignorierens der Zwangsgedanken ist also auch anstrengend und erfordert eigentlich auch therapeutische Begleitung! Kurz: ohne Therapeut würde ich nicht zu viel an mir selbst herum-doktern!

Sicherlich ist das auch heilbar und kann eventuell verschwinden, wenn Du andere Bereiche in Deinem Leben klärst z.B. Studium oder auch eine Freundin (falls Du keine hast). Wenn Du noch nicht so lange Zwangsgedanken hast, kann eine persönliche Veränderung in Deinem Leben sehr viel bringen. Gerade deshalb: schaue, ob Du eine Therapie findest, das lohnt sich auf jeden Fall. Such´Dir aber auch einen Therapeuten, der Dir sympathisch ist, dann kann man besser zusammen arbeiten!