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zwangswoman

unregistriert

1

Sonntag, 9. Januar 2011, 01:52

Frage bezüglich Zwangserkrankung

Hallo

Klasse Forum, ich verfolge es seit vielen Jahren! Ich leide bereits seit vielen Jahren an einer Zwangserkrankung.

Ich habe eine Frage zu einigen Symptomen, ob diese auch zu dieser Zwangserkrankung gehören?

1) Ich habe von einer Bekannten einen Reiseführer über ein Land X erhalten. Aber in diesen Land X ist vor kurzem etwas passiert (habe es in den Nachrichten gehört) und wenn ich diesen Reiseführer lesen möchte, kommt eine sehr unagenehmes Angstgefühl auf, da ich diesen Land X mit dieser Ereignissen in Verbindung bringe. Ich habe das Buch weggeworfen, da dieses Angstgefühl sehr unangenehm war. Sobald ich den Namen dieses Landes im Fernsehen höre, muss ich sofort umschalten.


2) Ich hatte vor einem Jahr im Januar große Probleme mit dem Zwang. Während dieser Zeit habe ich mit einem neuen Hobby angefangen, aber aufgrund einer zusätzlichen körperlichen Erkrankung wieder abgebrochen. Nun möchte ich wieder mit diesem Hobby anfangen, aber es kommt wieder ein unangenehmes Angstgefühl auf, wenn ich an dieses Hobby denke, da ich es in Verbindung mit dieser Zeit im letzten Jahr bringe.


Meine Frage: Gehören diese Symptome 1 + 2 auch zu dieser Zwangserkrankung?

Es sieht nach dem typischen Vermeidungsverhalten aus, dass natürlich alles verschimmert. Dem bin ich mir bewusst. Aber ihr kennt alle, wie schwer es ist.


Danke

MfG
Melanie

Kittycat

unregistriert

2

Sonntag, 9. Januar 2011, 11:04

Also erstmal, herzlich willkommen hier!

Zunächst möchte ich dir sagen, dass dein Verhalten zwar teils an eine Zwangserkrankung denken lässt, mir aber auch teils sehr "normal" vorkommt.

Es sind ganz menschliche Ängste bezüglich des Landes, in dem das Unglück geschah. Dass man Angst und ein ungutes Gefühl hat, wenn man daran denkt, dorthin zu reisen, wenn dort z.B. ein Erdbeben oder ein Tsunami alles verwüstet hat, klingt für mich nach einer ganz normalen Angst.

Du hast das Buch noch weggeworfen und Erinnerungen aus dem Jahr bringen ein ungutes Gefühl für dich, das dich daran hindert, ein Hobby wieder aufzugreifen.
Das klingt schon etwas nach der Vermeidung, die Zwangskranke oft durchziehen. Auch, dass man so "übertrieben" und weitläufig reagiert, dass Buch wegzuwerfen, können bestimmt viele hier nachempfinden.
Die Angst ist bei Zwangserkrankungen nämlich sehr ausgeprägt und kann von Otto Normalverbraucher nicht nachvollzogen werden.
Es ist also typisch für uns Zwangserkrankte, dass wir die Angst auf alles projizieren, dass in irgendeiner Weise mit dem Angstauslöser zu tun hat.

Ich denke, viele "normale" Menschen haben ein ungutes Gefühl, wenn sie an das Jahr 2001 denken, weil sie es direkt mit dem Anschlag in den USA in Verbindung bringen. Es ist auch immernoch für viele mit sehr viel Angst verbunden, in die USA oder überhaupt zu fliegen, weil die Angst vor Terroranschlägen und Flugzeugentführungen momentan sehr präsent ist.

Was ich damit sagen will, ist, dass aus einer normal-menschlichen Angst bei Zwangserkrankten eben eine Angst wird, die sehr viel ausgeprägter ist und sich auch auf das "Drumherum" bezieht.

Die irrationale Ablehnung bezüglich deines Hobbys, können bestimmt viele hier nachvollziehen. Trotzdem möchte ich dich dazu ermutigen, dieses Hobby doch nochmal aufzugreifen, insofern es nicht gefährlich ist oder so, da Hobbys wichtig sind, damit man sich von den Zwängen ablenken kann und nicht in Depressionen verfällt.
Darf ich fragen, um welches Hobby es sich handelt?

Liebe Grüße und alles Gute!

Brummbär

unregistriert

3

Sonntag, 9. Januar 2011, 14:26

Also Bücher wegzuwerfen um Gedanken aus dem Kopf zu bekommen, das bringe ich auch, das letzte Mal vor einer Woche, dabei war das Buch nicht billig. Der Preis spielt in dem Augenblick aber keine Rolle, es geht nur darum, dass die Gedanken, die damit verbunden sind, bzw den Zeitraum als ich es gekauft habe, so vor 3 Jahren, auslöschen will.
Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob ich das als Zwangsgedanken oder -handlung einstufen soll, dafür kommt es zu selten und zu unregelmäßig vor. Es sind solche Blitzgedanken die plötzlich da sind und dann wieder wochenlang nicht. Ich bin der Meinung, dass das als Zwang nicht durchgeht. Es ist eher das Gegenteil von Vermeidung, ein gerade-erst-recht.
@ Zangswoman, Welches Hobby war es denn?

zwangswoman

unregistriert

4

Sonntag, 9. Januar 2011, 15:36

Hallo

Vielen Dank für eure Antworten.

Zu eurer Frage: es handelt sich um Sport.



Natürlich haben viele Menschen ein ungutes Gefühl, wenn Sie in so ein Land reisen würden. Aber ich habe keinen Bezug zu diesem Land X und beabsichtige auch nicht in dieses Land X zu reisen. Und meistens geht es auch nicht um solche Katastrophen wie in den USA 2001, sondern um jegliche Art von Vorfällen.

Ein anderes Beispiel: Z.b reise ich gerne nach Österreich. Wenn in einem Ort in dem ich einmal war, in den Nachrichten (z.B. Online News von österr. Zeitungen) lese, dass dort ein schllimmer Autounfall war, würde ich dort nicht mehr hinfahren und alles was mich an diesen Ort erinnert (Postkarten, Reiseführer etc.) wegwerfen. Wenn ich den Namen des Ortes im TV hören würde, müsste ich sofort umschalten. Dann fängt meistens ein Teufelkreis an, denn zuerst mag ich den Ort nicht, dann die Region etc. und das steigert sich.

Ein anderes Beispiel: z.B. wenn ein Promi verstorben ist, dann muss ich alles, was mich z.B. im TV an diesen Promi erinnert, aus dem Weg gehen. Allein wenn ich irgendwo den Vornamen hören würde, müsste ich wieder alles vermeiden etc. Obwohl ich keinen Bezug zu dieser Person hatte. Kein Fan kein gar nichts! Von einigen habe ich überhaupt zum ersten mal gehört.

ABER! Mir ist bewusst, dass es schlimmer wird, wenn man sich der Angst nicht stellt. Vermeidungsverhalten macht alles schlimmer und es entsteht ein Teufelskreis.

Es interessiert mich, ob dieses auch zur Zwangserkrankung gehört. Das Muster ist gleich, Angst -> Überbewertung der Angst -> Vermeidung -> Teufelskreis.


Danke

MfG
Melanie

EDIT: Ein anderes Beispiel: wenn ich zusammen mit meinem Mann ein Gesellschaftsspiel spiele und wenn ich in diesem Ratespiel eine Karte ziehe, wo z.B. ein Name, ein Ort etc. vorkommt, den ich aber vermeide, muss ich das Spiel noch einmal Neu beginnen, bis ich diese Karte nicht mehr ziehe.

Brummbär

unregistriert

5

Sonntag, 9. Januar 2011, 18:47

Die Nachrichten sind voll von solchen Meldungen, bleiben überhaupt noch Orte, wo Du Dich angstfrei bewegen kannst?
Zwangsgedanken kommen da durchaus in Frage, Du beschäftigst Dich ja übermäßig damit. Hast Du schon mal an eine Therapie gedacht, eine Gesprächstherapie währe sinnvoll?

:alarm:

zwangswoman

unregistriert

6

Sonntag, 9. Januar 2011, 18:58

Hallo

Nein, ich beschäftige mich nicht gezielt mit diesen Themen. Ich suche mir diese Themen ja nicht aus.

Ich durchforste z.B. die Online Zeitung nicht gezielt nach solchen News, sondern gehe auf diese Website um z.B. den Veranstaltungskalender zu lesen, d.h. ob in der Nähe Konzerte etc. sind. Aber leider fallen auch solche News ins Auge, wenn man diese Websites besucht.

Vielleicht habe ich es falsch beschrieben. Wenn ich Monate später im TV den Namen z.B. eines Landes höre, wo vor Monaten etwas passiert ist, kann ich dieses Programm nicht weiterschauen, da mich der Trigger (Name des Landes) an dieses Ereigniss erinnert. Würde ich dieses Programm weiterschauen, würde ich dieses Angstgefühl haben, obwohl das Programm (z.B Konzert) nichts mit diesem Ereigniss zu tun hat, aber z.B. in diesem Land stattfindet.

EDIT: Ich vermeide alle Trigger, die mir Angst machen. Beispiel: Wörter mit welchen ich schlimme Ereignisse in Verbindung bringe z.B. Namen von Personen, Krankheiten, Orten etc. Je nach Situation und Trigger folgen verschiedene Handlungen: Vermeiden, Wegwerfen, Umschalten etc.

Ich leide seit meiner Kindheit an einer Zwangsstörung (volles Programm). Aber mit Hilfe einer Therapie ist dieses natürlich viel besser geworden.

Aber wie bereits beschrieben, ich beschäftige mich nicht gezielt oder übermäßig mit diesen Sachen. Ich wollte nur wissen, ob dieses Sachen auch zur Zwangsstörung gehören.


MfG
Melanie

Hope

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7

Sonntag, 9. Januar 2011, 20:23

Es sieht stark danach aus das es sich dabei um eine Zwangserkrankung handelt, ich kenne ähnliche Gedanken.
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

Brummbär

unregistriert

8

Sonntag, 9. Januar 2011, 21:00

Zitat

Original von Hope
Es sieht stark danach aus das es sich dabei um eine Zwangserkrankung handelt, ich kenne ähnliche Gedanken.


Ja, muss ich auch sagen, nach den ganzen Erklärungen, die sie noch beschrieben hat und wenn sowieso schon eine Zwangsstörung vorliegt, passt das genau ins Bild.
Mir geht es ähnlich wenn ich so bestimmte Schlagzeilen lese (z.B. auf Aufstellern vor Zeitungsläden oder im Fernsehen) da springt bei mir auch die Maschine mit den Zwangsgedanken an.

zwangswoman

unregistriert

9

Sonntag, 9. Januar 2011, 23:02

Hallo

Danke für eure Antworten.

MfG
Melanie

10

Dienstag, 11. Januar 2011, 01:44

Guten Abend,

ich leide seit über 25 Jahren an Zwang!

Ich habe mich wegen diesem Thema extra in diesem Forum angemeldet. Genau die gleichen Probleme habe ich auch.

Zum Beispiel - Ich bin ein großer Fussballfan und ich erinnere mich, als im Jahr 2007 ein Fussballspieler in Spanien während eines Fussballspiels verstorben ist (er hatte wohl einen Herzfehler). Immer wenn ich den Namen des Vereins oder diesen Vornamen im TV höre oder in einem alten Fussball Videospiel meines Sohnes (das ich auch trotz meines Alters spiele :D ) sehe, dann muss ich entweder das TV Programm wechseln oder das Videospiel neustarten. :computerwerf:

(!!!Ich war kein Fan von diesem Verein oder dem Spieler!!!)

Meine Frage ist das ein System der Zwangsstörung oder ist das schon Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)? Ich habe gelesen, dass Leute mit einer Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) auch unangenehmen Erinnerungen aus dem Weg gehen. Andererseits gibt es bei der Zwangsstörung Leute, die z.B. bestimmten Wörtern und Zahlen negative Ereignisse verbinden.

Gibt es dafür eine Erklärung? Ist das PTBS oder Zwang?

Lieben Gruß! Alex55

Brummbär

unregistriert

11

Dienstag, 11. Januar 2011, 12:32

PTBS hat eine andere Qualität, was Du hast sind Zwangsgedanken.
PTBS setzt eine Extrembelastung voraus, z.B. weil man sich in Lebensgefahr befand, Folter, familiäre Gewalt, Krieg oder Naturkatastrophen. Hier kannst du nochmal was drüber nachlesen, die Seite ist sehr gut.
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/…osttrauma2.html

12

Dienstag, 11. Januar 2011, 17:11

Guten Tag,

Danke für die Tipps!

Alles Gute und einen lieben Gruß!

Alex55