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girasol1991

unregistriert

1

Montag, 18. November 2013, 13:11

Was nach dem Bachelor, wenn der Zwang einen einschränkt?

Hallo Ihrs,

ich stehe vor einer für mich sehr elementaren und verdammt schwierigen Entscheidung. Ich mache dieses oder nächstes Semester meinen Bachelor und beschäftige mich momentan damit, was ich danach machen kann/möchte.

Bis vor kurzem war ich davon überzeugt an meiner Uni den Master im selben Fach (Erziehunsgwissenschaften) anzuschließen, jedoch soll dieser sehr forschungsmethodenlastig sein, sodass ich, als jemand, die später in die Praxis möchte, hiervon nicht sehr viel halte und profitiere. Deshalb bin ich aktuell am schauen, was ich als alternative Masterstudiengänge machen könnte. Leider findet sich in meiner näheren Umgebung kein Studiengang (im Masterbereich) mit dem ich zufrieden wäre, da ich am liebsten Richtung Soziale Arbeit/Jugendhilfe gehen würde. Ich kann jedoch nicht weiter weg ziehen, da ich gerade mal den Schritt gewagt habe wieder auszuziehen und froh bin, dass das einigermaßen kappt. Zudem fühle ich mich wohl in der Nähe meiner Eltern und auch mit der Stadt generell bin ich sehr zufrieden. Ich fahre regelmäßig (sprich ein bis zwei mal in der Woche) noch zu meinen Eltern, schlafe dort wenn es mir nicht gut geht, kann aber trotzdem ohne Weiteres zu meiner aktuellen Uni kommen.

Die Frage ist nun, was kann ich tun, wie kann ich mich für etwas entscheiden? Ein gewisses Restrisiko besteht logischerweise immer, aber mir ist es wichtig, etwas zu machen, von dem ich überzeugt bin und hinter dem ich stehe.

Arbeiten gehen scheint für mich momentan noch nicht machbar, da die festen Strukturen und Anforderungen mich (wie ich fürchte) überfordern würden. An der Uni kann ich meine Vorlesungen frei legen, bei Bedarf auch mal ne Woche ausfallen ohne das großartig Fragen aufkommen, weshalb wieso warum - Studenten sind nun mal so ;-)
Ich war am überlegen, ob ich eine halbe Stelle antrete (ist ja in den meisten sozialen Berufen eh häufig so) und vielleicht berufsbegleitend an einer Fernuni einen Masterstudiengang mache, wobei ich vor allem bei Fernunis immer nur denke 'das machen solche, die sonst nirgends angenommen wurden (viele studieren z.B. Psychologie an der Fernuni Hagen, obwohl sie komplett unfähig sind, aber dort gibt es eben keine Zulassungsbeschränkung deshalb gehen dort viele hin).
Darüber hinaus war ich am überlegen ob ich eine Ausbildung zur Erzieherin mache, weil ich an der Uni zu wenig Praxis habe und Praxis/Erfahrung eigentlich das ist, was die meisten in sozialen Berufen erwarten.
Aber ich wäre von mir selber ein wenig enttäuscht glaube ich, weil für mich irgendwie klar war, dass ich meinen Master machen will/werde, damit ich bestmöglichst qualifiziert bin um später einfacher eine Familie gründen kann, halbtags arbeiten gehen kann etc. (mit einem Master qualifiziere ich mich nämlich für verwalterische Tätigkeiten, sodass ich mir vorstellen könnte, nach einer Kinderpause halbtags besser in der Verwaltung einer sozialen Einrichtung eine Anstellung zu finden).

Vielleicht finden einige von euch diesen Beitrag dämlich oder lächerlich, da einige von euch vielleicht e.E. nach grundlegendere und viel wichtiger Entscheidungen zu treffen haben, jedoch ist es in meiner Welt/Realität einfach etwas sehr wichtiges, was mich momentan wirklich verzweifeln lässt.

Bin auf eure Antworten gespannt,
liebe Grüße
girasol :)

Yezrel

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2

Montag, 18. November 2013, 15:20

Hey girasol

Ich würde Dir raten jetzt doch den Master auf Erziehungswissenschaften auf derselben Uni fertigzumachen und danach ein Praktikum anzuhängen. Ich kenne mehrere mit Masterabschluss, die direkt von der Uni in die Praxis einstiegen und heute sehr praktisch orientiert arbeiten. Das muss sich nicht ausschließen. :thumbup:
Lieben Gruß
Yezrel

girasol1991

unregistriert

3

Montag, 18. November 2013, 20:36

Hey,

erstmal danke für deine antwort!
klar schließt sich das nicht aus, aber ich möchte für die praxis lernen und auch viel praxisbezug haben und das bietet ein wissenschaftlicher master an meiner uni nicht (sehe ich ja jetzt schon beim ba und der master ist eben noch forschungsmethodenlastiger), an einer fh ist das schon anders. vor allem liegen mir forschungsmethoden auch gar nicht, das war so das negativste und langweiligste, was ich bis dato in meinem studium machen musste. -.-

4

Montag, 18. November 2013, 22:10

Hi,

jetzt kann ich dir wiederum auch mal auf eine Frage antworten ;)

Also ich habe eigentlich genau dasselbe durchgemacht. Habe auch Bachelor UND Master in Erziehungswissenschaften gemacht. Habe vor eineinhalb Monaten meine Masterarbeit abgegeben und bin jetzt fertig :)
Also bei mir war der Master auf dem Papier auch sehr forschungsbezogen, was mich damals nach dem Bachelor auch sehr abgeschreckt hat - habe ähnlich argumentiert wie du, dass ich später in die Praxis will, die Uni war chaotisch, Forschung liegt mir gar nicht...
Habe damals aber auch nicht wirklich eine annehmbare Alternative gefunden und weil ich noch nicht hundertprozentig wusste, wo es mich hinzieht (ich also nicht wusste, ob das, was ich später machen will, vllt doch den Master voraussetzt) und ich zu dem Zeitpunkt mich auch noch nicht in einem Vollzeitjob gesehen habe, habe ich den dann eben doch noch angehängt. Und ich fand es rückblickend jetzt gar nicht so schlimm bzw. extrem...effektiv waren es ja auch nur drei Semester, im vierten hab ich die Masterarbeit geschrieben. Wir hatten v.a.D. Forschungsprojekte, die wir aber frei wählen konnten - also du hast ja schon auch Mitspracherecht, welche Themen du genau behandelst...
Ich habe es, eben wegen dem Wunsch, praktisch auch was zu lernen, so gemacht, dass ich nebenher einen Job hatte (10h/Woche) im sozialen Bereich, den ich mir auch als Praktikum anrechnen lassen konnte...weiß natürlich nicht, wie machbar das für dich wäre, aber das war für mich optimal vereinbar und hat dadurch das Studium gut ergänzt und aufgelockert. Und jetzt denk ich mir halt "was du hast, hast du" :)

RedBec90

unregistriert

5

Montag, 18. November 2013, 22:33

Hey :)

Hmm, hab eben mal probiert, mich in deine Lage zu versetzen und ich würde mich wohl für den Master an deiner jetzigen Uni entscheiden. Weil ich aus meiner Sicht Angst hätte, dass ich es irgendwann mal bereue, meinen Master NICHT gemacht zu haben.

Ich weiß ja aber auch nicht, inwiefern dich dein Zwang einschränkt. Für mich käme eine Ausbildung als Erzieherin in Kombi mit meinem Zwang z.b. gar nicht erst in Frage.

Ich würde das mit dem Master durchziehen, auch wenns öde wird ;) Oder es einfach wie Loreen machen und nebenbei was passendes arbeiten, damit auch das Praktische nicht zu kurz kommt !

Ich hoffe für dich, dass du die für dich beste Entscheidung triffst :)

Viel Erfolg,

RedBec90

Yezrel

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6

Montag, 18. November 2013, 22:56

Liebe Hey girasol

Ich hab ja als private Beiständin auch mit Sozialpädagogen und Erziehern zu tun, die hätten ihren Job nie ohne Master bekommen, obwohl ihre Abschlussarbeiten wirklich auch sehr forschungsbezogen waren. Trotzdem braucht es nun mal diesen Abschluss, gerade im beamteten Bereich. Ich bin zwar aus der Schweiz, aber ich denke, in D. wird es nicht ganz anders sein, zumindest was ich so höre, soll die Konkurrenz noch viel größer und damit der Master noch viel notwendiger sein als in der Schweiz. Außerdem sagen auch alle Studenten, die ich kenne, dass ein Bachelor ohne Master nix wert sei.
Lieben Gruß
Yezrel

girasol1991

unregistriert

7

Dienstag, 19. November 2013, 19:35

erstmal danke für eure antworten :)

@Loreen: hast du also nen 'einfachen' master in erziehungswissenschaften allgemein gemacht an einer universität? ich bin nämlich am überlegen, dass hatte ich in meinem ersten beitrag nicht geschrieben, evtl. an die örtliche fh zu wechseln. einfach weil da der praxisbezug stärker ist, aber da würde ich angewandte sozialwissenschaften studieren. ich werde in jedem falle mal zur beratung dort gehen, denn fh ist glaube eher mein ding.
nebenbei arbeiten ist so ne sache, ich habe bis vor kurzem für zwei monate zwölf stunden die woche gearbeitet und mein zwang ist mega stark geworden und ich hab dann resigniert und den job aufgegeben (weil das studium an erster stelle steht). ich arbeite aber ehrenamtlich bei rock your life! und habe da viel im organisatorischen bereich zu tun.

@RedBec90: also erzieherinnen ausbildung wäre durchaus machbar, wobei mein hauptziel bei einer (schulischen) ausbildung darin läge (neben dem eigentlich ausbildungsziel) langsam in einen sturkturierteren alltag überzugehen, wo ich eben nicht nach lust und laune hingehen kann, sondenr wo schon anwesenheit gefordert wird :D
angst nachher zu bereuen, den master nicht gemacht zu haben, habe ich ein stück weit aber ich könnte ihn zu jeder zeit nachholen (also auch mit vierzig oder so), wenn ichs bräuchte.

@yezrel: mmh in so nem beamtenjob glaub ich auch, dass ich das bräuchte, wobei ich das (vorerst) nicht anstrebe. das wäre auch nur der fall bei jobs wo ich für die stadt arbeite, es gibt zumindest in meiner gegend mega viele nicht städtische einrichtungen (bethel, awo).
das mit dem bachelor ohne master dachte ich auch richtig lange, bis ich dann für die uni mal so interviews durchführen musste mit möglichen arbeitgebern von erziehungswissenschaftlern und dann meinten die, also zunächst einmal würden die nen erzieher bevorzugen (da praxiserfahrung), dann käme ein fh'ler und dann einer von der uni und master wäre so lala, da die dann auch mehr blechen müssen als wenn ich nur nen ba aufweisen kann. habe mit ein paar die gerade ihren ba gemacht haben in ew gesprochen und die haben teilweise zu hören bekommen, dass sie überqualifiziert seien :?: :?:
bei lehrämtern ist es zum beispiel so, dass die ohne nen master nix wert sind.

wie dem auch sei, danke für eure anregungen :)

8

Dienstag, 19. November 2013, 20:10

erstmal danke für eure antworten :)
das mit dem bachelor ohne master dachte ich auch richtig lange, bis ich dann für die uni mal so interviews durchführen musste mit möglichen arbeitgebern von erziehungswissenschaftlern und dann meinten die, also zunächst einmal würden die nen erzieher bevorzugen (da praxiserfahrung), dann käme ein fh'ler und dann einer von der uni und master wäre so lala, da die dann auch mehr blechen müssen als wenn ich nur nen ba aufweisen kann. habe mit ein paar die gerade ihren ba gemacht haben in ew gesprochen und die haben teilweise zu hören bekommen, dass sie überqualifiziert seien :?: :?:
bei lehrämtern ist es zum beispiel so, dass die ohne nen master nix wert sind.

wie dem auch sei, danke für eure anregungen :)

Hallo girasol,

ich denke, dass ist nur bedingt richtig. Gerade im öffentlichen Dienst (wobei sich hier viele Träger von sozialen Einrichtungen ja dran orientieren) war / ist es zwar oftmals üblich sich bei der Bezahlung der Mitarbeiter nach der ""Qualifikation auf dem Papier"" zu orientieren. (Bzw. die ausgeschriebenen Stellen eben "passend" zu machen).

In der Praxis sieht das aber mitunter so aus, dass einem gewisse Stellen bei "zu geringer" Qualifikation schlichtweg verweht bleiben. Das hält aber manche Arbeitgeber NICHT davon ab es in die "andere" Richtung, dann doch etwas anders zu halten. Ich kenne Sozialpädagogen (FH), die jahrelang auf eher schlecht bezahlten "Erzieherstellen" rumgekrebst sind. (Weil der AG ja sooo knapp bei Kasse ist.) Und das ganze selbst dann noch, wenn z.T. Gruppenleitungsaufgaben etc. übernommen wurden.

40+

girasol1991

unregistriert

9

Mittwoch, 20. November 2013, 11:23

mmh ja reich werde ich mit so einem job eh nicht. ach ich weiß nicht. ich lass mich erstmal beraten. ich hab einfach so angst zu versagen oder mich falsch zu entscheiden, auch wenn beides passieren kann, gehört das an sich ja zum leben dazu, und dennoch treibt es mich in den wahnsinn. :lol:

Yezrel

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10

Mittwoch, 20. November 2013, 13:40

Hi Girasol

Ich würde mich einfach auch fragen, was überhaupt machbar ist mit Deinen Zwängen. Du hast geschrieben, dass Du im Studium diese Problematik besser kompensieren kannst. Das wär doch auch ein Grund, jetzt noch den Master und damit einen vollständigen Abschluss zu machen, weil Du diesen Konflikt mit den Zwängen so noch etwas verschieben könntest und da weniger riskierst. Alles andere mag ja auch gut und schön sein und irgendwo auch idealistisch, aber Du riskierst damit, dass Deine Zwänge Dir einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Einen perfekten Weg gibt es nicht.
Lieben Gruß
Yezrel

girasol1991

unregistriert

11

Donnerstag, 28. November 2013, 14:45

Sooo ich melde mich nun mal wieder...

Yezrel, ein Stück weit würde ich dir Recht geben, andererseits ist es irgendwie auch ein Weglaufen, weil ich dem Zwang ja die Macht dadurch gebe über mein Leben zu bestimmen.
Dennoch tendiere ich aktuell, nach einer Beratung an der FH, dazu, meinen Bachelor in Soziale Arbeit als Zweitstudium anzuschließen. Ich habe mich lange und ausführlich informiert und die Beratungsdame teilte mir mit, dass ich mit den Zielen, die ich verfolge (Arbeit im Jugendstrafvollzug, Jugendhilfe, etc.) eher Sozialarbeiterin werden sollte. Ich werde deshalb schauen, dass ich ein längeres Praktikum im Jugendstrafvollzug bekomme und mich für einen Bachelor in Soziale Arbeit bewerben (in der Hoffnung, dass ich den bekomme). Nach dem Bachelor kann ich immer noch schauen, ob ich vllt doch noch einen Master anhängen möchte oder nicht. Ich kann den später ja ggf. sonst auch als Fernstudium, Teilzeit oder sonst wie machen. Der Bachelor sagt mir enorm zu, dass einzige was dagegen spricht ist meine Erwartung an mich selbst, dass nach einem Bachelor der Master folgt. Aber Yezrel, wie du so schön sagst, kein Weg ist perfekt und ich denke, dass ich auch mit eniem Bachelor in Erziehungswissenschaften und in Sozialer Arbeit gut qualifiziert bin. Ich glaube auch, dass ich einfach den Schritt wagen und riskieren muss, ob es richtig ist, sehe ich eh erst rückblickend.

Danke euch für eure Meinungen, Anregungen und Unterstützungen :)