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Akinna11

unregistriert

1

Freitag, 15. Juni 2012, 08:58

putzen, kontrollieren usw....................

Hallo,

seit ein paar Tagen sind meine Zwänge wieder sehr stark geworden.

Mein Hauptzwänge finden in der Toilette und im Bad statt. Kennt jemand den Gedanken sich nicht achtsam auf der Toilette verhalten zu haben und Verschmutzungen dann durch die Wohnung getragen zu haben? :lol:

Und dann alles putzen und kontrollieren, ob ja nicht noch irgendwelche Toilettenreste rumliegen! :wand:

Grüße Akinna

Kolibri

unregistriert

2

Freitag, 15. Juni 2012, 14:24

RE: putzen, kontrollieren usw....................

Hallo Annika

Ja, das kenne ich - leider! *wink* Ich weiss gar nicht mehr, wie ich das früher gemacht habe, ich kann mich irgendwie gar nicht erinnern - wahrscheinlich weil man normalerweise automatisch handelt und es keine übergeordnete Rolle spielt. Es ist besser geworden bei mir, aber ich kämpfe immer noch damit...

Gruss
Kolibri

Akinna11

unregistriert

3

Samstag, 16. Juni 2012, 06:23

RE: putzen, kontrollieren usw....................

Hallo Kolibri,

vielen Dank für Deine Antwort. Ja, so geht es mir auch. Früher war das überhaupt kein Problem und heute :lol:

Auch wenn ich weiß, dass das Zwänge sind, beeinträchtigt dieser Gedanke meinen ganzen Tag.

Wie hast Du es geschafft, dass es besser geworden ist?

Hast du noch andere Zwangsgedanken?

Grüße Akinna

Kolibri

unregistriert

4

Samstag, 16. Juni 2012, 18:47

RE: putzen, kontrollieren usw....................

Hallo Annika

Nun, ich bin in Therapie und arbeite am "eigentlichen" Problem, der Zwang wird weniger, je weiter ich im Prozess vorankomme. Ich habe also keinen Verhaltenstherapeut zu Hause, der mit mir Konfrontation macht, sondern ich versuche den dem Zwang zugrundeliegenden Konflikt zu lösen. Mein Umfeld sagt, ich habe riesige Fortschritte gemacht. Ich sehe das auch so, auch wenn ich vor allem immer sehe, was ich (noch) nicht kann...aber das ist wohl auch ziemlich typisch :) Zeitlich sind die Putzaktionen mindestens 50% kürzer, die wieder vermehrte Energie kann ich nun auch auf positive Sachen/Menschen lenken, was wiederum Kraft zurück gibt und auch die Zwangsproblematik positiv beeinflusst....manche Dinge, die ich früher täglich reinigte, mach ich heute nopch 1x die Woche oder weniger. Das sind Dinge, die sonst kein Mensch macht wie Türrrahmen, Bettgestell oder so. Ich mache fast täglich Fortschritte und kämpfe mich zurück ins Leben. Bin wieder deutlich "selbständiger" als noch vor ein paar Monaten, bin aber froh, hilft mir mein Freund bei der Hausarbeitsbewältigung (Wäsche macht er derzeit). Wesentlich geholfen nebst der Therapie hat mir, mich mit lieben Menschen zu umgeben, die mir guttun und mir auch vermehrt Dinge zu gönnen, die mir gut tun. Ich musste regelrecht lernen, zu geniessen (und zwar ohne schlechtes Gewissen). Da hilft nur üben, üben, üben....und je besser ich im Entspannen und Geniessen bin, je weniger Zwang auch...es ist also ein positiver Kreislauf, in den man aber erst mal gelangen muss, das fand ich gar nicht so einfach. Hartnäckig bleiben, nicht aufgeben,, auch wenn es schwierige Tage gibt, an denen man glaubt, es nie zu schaffen. Und: Je mehr Du schaffst, je besser das Selbstvertrauen, das läuft auch dem Zwang zuwider...

Ich will da einfach unbedingt raus! Und ich bin seit 2 Monaten fest überzeugt, es zu schaffen. Vielleicht werd ich nie ganz symptomlos, aber so, dass ein fast normales Leben wieder möglich ist.

Sonnige Grüsse
Kolibri

Akinna11

unregistriert

5

Sonntag, 17. Juni 2012, 08:54

RE: putzen, kontrollieren usw....................

Hallo Kolibri,

ich habe mich sehr über Deine ausführliche Antwort gefreut.
Ich bin auch in Therapie und ich denke bei mir ist das Hauptproblem, dass ich kein Selbstbewusstsein habe. Auch für mich ist es schwierig schöne Dinge zu genießen. Auch da kommt immer wieder ein unbehagliches Gefühl, dass mir schöne Momente einfach wegnehmen will.

Ich merke auch oft, dass wenn man mit Leuten zusammen ist, die einem nicht gut tun, die Zwangsgedanken wieder stärker werden.
Am Waschzwang leide ich seit meiner Schwangerschaft 2010. Ich will auch kämpfen, um endlich wieder ein normales Leben führen zu können.

So wie du sagst, es ist wichtig, damit man immer wieder übt. Jeder Tag gibt eigentlich eine neue Chance um am Zwang zu arbeiten.

Wie oft bist du in Therapie? Ich habe momentan 1 x pro Woche eine Sitzung.
Machst Du auch Expos?

Herzliche Grüße
Akinna

Kolibri

unregistriert

6

Sonntag, 17. Juni 2012, 17:50

RE: putzen, kontrollieren usw....................

Hallo Annika

Ich bin 1 -2 Mal in der Woche beim Therapeuten, im Schnitt 6 Mal pro Monat. Expos mache ich keine mit dem Therapeuten. Ich wage mich aber zuhause allein oder mit Hilfe meines Freundes immer weiter vor, d.h. dass ich mal was "dreckig" lasse oder auch mal was reinige, was vor einigen Monaten undenkbar war, weil die Angst zu gross war. Und ich muss inzwischen meist hinterher nicht mehr duschen. Die Expos bestehen bei mir hauptsächlich also darin, möglichst "normal" zu leben und immer mehr Aufgaben wieder selbst zu übernehmen, für die ich lange nicht mehr fähig war, weil mir einerseits die Energie fehlte und auch der Ekel zu gross war. Heute war ich stolz, offene Schuhe und T-Shirt zu tragen, also "nackte Haut", die nicht durch Stoff "geschützt" wird. Hat gut geklappt! :D

Akinna11

unregistriert

7

Montag, 18. Juni 2012, 07:01

RE: putzen, kontrollieren usw....................

Hallo Kolibri,

da kannst Du wirklich stolz auf Dich sein. :)) :))

Bei mir sind es durchschnittlich 4 Therapiesitzungen im Monat.

Meistens ist der Zwang bei mir morgens am stärksten. Dann muss ich tagsüber sehr achtsam sein, dass der Zwang mich nicht überrascht.

Wie gesagt, ist der Hauptzwang ja auf der Toilette. Auch das Windelwechseln meiner Tochter ist für mich immer wieder Gelegenheit am Zwang zu üben.

Herzliche Grüße Akinna

sabrina

Fortgeschrittener

  • »sabrina« ist weiblich

Beiträge: 221

Zwangssymptome: Wasch-, Gedankenzwang

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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8

Montag, 18. Juni 2012, 10:38

Hallo Akinna11,

ich habe auch das Problem mit der Toilette. Vor einigen Jahren war es mal ganz schlimm dann wurde es von alleine weniger, manchmal passiert was und manchmal nicht.

Wahrscheinlich verlagert sich der Zwang immer mal auf etwas anderes. Eine Zeit lang spürte ich beim Hände waschen immer kleine Spritzer am Arm, so dass ich den ganzen Arm mit waschen musste. Da hatte ich einige Monate Ruhe damit und momentan spüre ich wieder Spritzer.

Leider kann ich dir keine erfolgreichen Tipps geben, evtl. nicht auf den Boden schauen, und statt feucht wischen einfach mal mit dem Sauger drüber. Das sind so Sachen die ich gemacht habe.

Ich muß auch immer nach dem Stuhlgang duschen. Machst du es erst seit der Geburt oder auch schon vorher? Und hast du das Gefühl du wärst da nicht ganz sauber oder fühlst du dich schmutzig wegen dem Boden wischen?

Ich habe auch mit Therapeuten darüber geredet und anderen Zwänglern und "normalen" Leuten und ich habe es selbst schon auf anderen Toiletten gesehen:

Durch das abwischen des Po´s bilden sich manchmal so Papier-Würstchen und wenn man die Hosen hochzieht können die dann aus der Po-falte rausfallen und landen auf dem Boden. Andere Leute würden etwas Papier nehmen und das aufklauben und über die Toilette entsorgen.

Deshalb benutze ich so ungern andere Toiletten, denn manchmal rutscht die Hose (der Saum) auf den Boden und dann hab ich ein Problem damit.

Ein Kind habe ich auch, es ist mittlerweile 5 Jahre alt. Es war auch nicht immer leicht die Windeln zu wechseln, aber jedes Alter bringt so seine Probleme mit sich....

Da ich aber denke dass du deine Zwänge noch nicht so lange hast, bestehen bei Dir noch sehr gute Heilungschancen du brauchst nur den richtigen Therapeuten dazu. Bei mir ist es leider schon chronisch, da hab ich nicht mehr viel Hoffnung.

LG sabrina
sabrina

Akinna11

unregistriert

9

Dienstag, 19. Juni 2012, 07:54

Hallo Sabrina,

an Zwängen leide ich eigentlich schon seit ich denken kann. Sie tauchen immer wieder in unterschiedlichen Lebenssituationen auf.
Den Zwang mit der Toilette habe ich aber erst seit meiner Schwangerschaft.
Ich muss mich auch jedes mal nach dem Stuhlgang duschen. Damit ich tagsüber dann keinen Stuhlgang habe nehme ich öfters auch mal ein Medikament ein, dass das unterdrückt. Ich weiß, dass das alles Beruhiger sind. Es gibt aber auch Tage, da schaffe ich alles recht gut. Ohne putzen, ohne kontrollieren und ohne Beruhiger durch Medikamente.

Seit wann hast Du Zwangsgedanken?
Hast Du auch noch andere Zwangsgedanken.
Bei mir sind es die selben Gedanken mit dem Toilettenpapier. Ich denke dann halt immer es kommt jemand dadurch zu schaden, sprich jemand wird krank durch mich. Wie sehen bei Dir die Zwangsgedanken aus?

Grüße Akinna