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Cath1987

unregistriert

1

Samstag, 22. Oktober 2011, 13:03

Brauche dringend Hilfe und Rat

Hallo an alle,

ich habe momentan einen wirklich hartnäckigen (Zwangs)-gedanken. Ich leide schon seit einigen Jahren an Zwängen und insbesondere Zwangsgedanken und seit etwas mehr als einem Jahr drehen sich die Gedanken meist darum, dass ich meinen Freund hintergehen oder betrügen könnte und das bereitet mir tagein tagaus Kopfzerbrechen, schlechte Laune und vor allem schlimme Schuldgefühle..

Also das momentane Problem, das ich habe sieht so aus:

Im Frühjahr 2010 war ich zusammen mit meinem Freund auf dem Geburtstag eines Freundes von ihm, der ein wenig älter ist als wir (ich bin 24, mein Freund 26 und der Bekannte/Freund etwa 32 33, genau weiß ich es nicht). Sein Freund hat bereits einen Sohn und war mit der Mutter des Jungen zu diesem Zeitpunkt etwa 8 Jahre zusammen. Jedenfalls waren wir auf dieser Feier und ich habe ein wenig zu viel getrunken, sodass ich am Ende des Abends doch recht betrunken war, aber keineswegs ein Blackout hatte, zumindest glaube ich das. Nach dieser Feier drängte sich mir plötzlich der Gedanken auf, ob ich an dem Abend nicht evtl. was mit dem Freund meines Freundes angefangen haben könnte. Ich fing an, den Abend Schritt für Schritt in meinem Kopf durchzugehen, dachte an jede Situation, in der ich alleine war (das waren etwa 2-3 mal, bei denen ich auf die Toilette gegangen bin). Einmal kam mir da gerade der Freund meines Freundes entgegen und ich fragte mich im Nachhinein, ob ich da nicht evtl. etwas Schlimmes gemacht haben könnte-mit ihm auf dem Klo verschwunden oder sonst was..Mir ging es eine ganze Weile lang sehr schlecht und ich ging den Abend im Kopf immer und immer wieder durch und kam natürlich zu keinem klaren Ergebnis. In der darauffolgenden Zeit versuchte ich, wann immer ich diesem Bekannten meines Freundes begegnete, zu erahnen, ob er sich mir gegenüber komisch verhält oder ich an seinem Verhalten erkenne, dass irgendwas gewesen ist. Ich hatte den Gedanken in den letzten Monate vergessen oder verdrängt, denn ich dachte mir, dass wenn was gewesen wäre, sicher eine Konsequenz gefolgt wäre. Jetzt vor einer Woche die Nachricht: Der Bekannte meines Freundes hat sich von seiner langjährigen Lebensgefährtin getrennt, das Kind bleibt bei ihr und er ist ausgezogen. Das ist das, was mir die Mutter von meinem Freund erzählte. Alles krampfte sich plötzlich in mir zusammen und auf einmal waren die Gedanken vom letzten Jahr wieder absolut präsent und klar da. Seit einer Woche frage ich mich nun: Bin ich letztlich Schuld daran, dass die beiden sich getrennt haben??Oh Gott, hatte ich also damals doch was mit ihm??Und vor allem-der schlimmste Gedanke-es kann doch nicht sein, dass ich meinen Freund doch unbewusst an jenem Abend vielleicht betrogen habe??Auch wenn das alles hier womöglich für einige hier total banal klingt, mich belastet diese Situation seit einer Woche wirklich sehr. Ich habe ständig die Angst, dass ich nun doch der Grund dafür bin, wesbalb die beiden auseinander sind und wenn es denn so ist, müsste es meinen Freund ja auch bald mal erreichen und dann wäre unsere Beziehung zu Ende. Ich fühle mich so schuldig, obwohl ich gar nicht weiß, ob da was lief. Ich glaube nicht, aber ich weiß es nicht. Diese Ungewissheit macht mich echt fertig.

Ich überlege momentan ernsthaft dem Freund meines Freundes zu schreiben und ihn ganz direkt zu fragen, denn dann hätte ich wenigstens Gewissheit. So kann es nicht wietergehen-ich fühle mich schlecht und mein Freund merkt auch, dass etwas nicht stimmt, aber ich traue mich nicht, ihm von diesen Gedanken zu erzählen.

Meint ihr, ich sollte dem Freund einfach mal schreiben?Ich wäre auch bereit dazu, meine Zwangsstörung als Grund für meine Frage zu nennen, nur habe ich Angst, dass sich das hinterher rumspricht und ich dann bei allen als die Irre gelte, die denkt, sie würde ihren Freund betrügen und sogar so weit geht, Leute zu fragen, ob es so gewesen ist..Ich bin echt total überfordert mit der momentanen Situation und ich weiß, dass es nur besser werden kann, wenn ich die Antwort kenne.

Soll ich versuchen die Antwort rauszufinden?
Könnt ihr mir weiterhelfen??Ich würde mich über Rückmeldungen freuen.
Grüße Cath

2

Samstag, 22. Oktober 2011, 18:20

Hallo, das ist ja schon ein schwerwiegender Gedanke, der dich da quält. Da ja kein Außenstehender wirklich weiß, was passiert ist - oder eben auch nicht - ist es schwer, da etwas zu raten. Allerdings neige ich auch dazu, manchmal zu sehr zu grübeln und alle Eventualitäten zu durchdenken.
Du schreibst, dass die Feier im Frühjahr 2010 war, das ist jetzt 1,5 Jahre her. Ich denke, wenn da etwas passiert wäre (so meine Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis), hätte die Beziehung bestimmt nicht noch so lange gehalten. Und nehmen wir mal an (nur rein hypothetisch), es wäre was passiert, sie hätten sich wieder zusammengerauft, wärst du dann 1,5 Jahre später bestimmt nicht der Trennungsgrund.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass was passiert ist, denn sowas kommt immer raus, und wenn nach so langer Zeit NIEMAND - weder dein Freund, der Kumpel und dessen Partnerin - etwas gesagt hat, ist mit Sicherheit nichts vorgefallen. Denk mal aus deiner Sicht - würdest du schweigen, wenn du wüsstest, dass dein Partner dich betrogen hätte und ihr noch dazu ein Kind hättet? Bestimmt nicht - zumindest nicht 1,5 Jahre lang.

3

Samstag, 22. Oktober 2011, 18:58

Liebe Cathy!

Keine Angst!!

Wie du in den ersten Zeilen deines Beitrages geschrieben hast, kannst du dich an die Einzelheiten des Ablaufes erinnern und du `weißt`, das eigentlich nichts vorgefallen ist!

Das ziemlich Gemeine an unserer Zwangserkrankung ist, das wir manchmal nicht mehr glauben zu wissen, ob das od das passiert ist!
Ein Beispiel von mir, da ich auch mal ziemlich tief krank war:

Ich hatte soviel Angst, das mein Bruder und ich zusammen ... gemacht hatten, obwohl das NIEEEEE passiert ist und ich eckelhaft finde, aber als ich in meinen Erinnerungen kramte, war das wie überlagert, so als sei eine Barriere vor meinem Erinnerungszentrum, das mich glauben lässt es sei eventuell doch passiert!!
Und ganz wichtig! Wenn du unsicher bist -- dann kannst du dir sicher sein, dass das die Zwangserkrankung ist!!

P.S.: Bitte nicht dem Freund deines Freundes das fragen, denn dadurch würdest du Staub aufwirbeln, wo keiner ist und dein Freund könnte das auch missverstehen!!

Nimmst du Medikamente? Bist du in psychiatrischer bzw. psychologischer Behandlung!
Steh dir gerne zur Seite!

Einfach PN

Jake_Sully

Fortgeschrittener

  • »Jake_Sully« ist männlich

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Zwangssymptome: Angst vor Schmutz/Parasiten

Medikament / Dosis: Fluoxetin

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

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Wohnort: Pandora

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Hobbys: PC, Internet, Linux-Mint, Kinofilme

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4

Sonntag, 23. Oktober 2011, 03:56

Zitat

Original von MyLady
... nicht dem Freund deines Freundes das fragen, denn dadurch würdest du Staub aufwirbeln, wo keiner ist und dein Freund könnte das auch missverstehen!!

Oh-oh, das gibt mächtigen "Wadabum". Nicht schreiben/fragen, wenn Du Deinen Freund behalten willst.

5

Sonntag, 23. Oktober 2011, 09:11

Hallo,

du kannst diesem Zwangsgedanken einfach nur freien Lauf lassen, um ihn letztlich loszuwerden.

Und wenn es so gewesen wäre ? Was wäre schon dabei, evtl. könntest du hierdurch deinen moralischen Heiligenschein verloren haben - mehr nicht.

Wir sind nur Menschen und haben Scwhächen - das nimmt uns der liebe Gott nicht übel.

Cath1987

unregistriert

6

Sonntag, 23. Oktober 2011, 11:20

Hallo ihr Lieben,
ich danke euch für die Rückmeldungen zu meinem Beitrag. Ich war gestern so kurz davor was zu unternehmen, bzw. dem Kumpel meines Freundes zu schreiben. Zum Glück habe ich es nicht und mir leuchten eure Meinungen zu meinem Problem auch sehr ein.
Das schlimme ist dieses furchtbare Grübeln-das macht einen verrückt. Ich denke immer, dass ich ja weiß, was vorgefallen ist oder eben nicht, aber diese minimale "Unsicherheit" steigert sich manchmal ins Unermessliche!Aber wem erzähle ich das..Vielen Dank nochmal für die Antworten-die haben mir doch ein paar Seiten der Sache aufgezeigt, die ich so gar nicht gesehen hatte..Ich hoffe, dass der Gedanken sich bald wieder verflüchtigt.
Alles Gute und danke..

@myLady: Nee, ich nehme keine Medikamente mehr, aber bin seit kurzem in therapeutischer Behandlung-allerdings noch in der Diagnostikphase..

Alles Gute euch allen.ich hoffe, dass ich irgendwann lerne, diesen Gedanken nicht soviel Aufmerksamkeit zu schenken.