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Russolini

unregistriert

1

Freitag, 31. Dezember 2010, 02:04

Was steckt dahinter?

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich verbringe täglich stunden damit, das rätsel zu entschlüsseln, welcher mögliche konflikt den Zwängen möglicherweise zugrunde liegen mag. Die inhalte der Zwangsgedanken kommen ja nicht von ungefähr und haben immer eine ähnliche struktur. Ich weiß, dass bei mir die Zwangsbefürchtungen und die Gedankenzwänge in der Kindheit angefangen haben und seitdem zwar ständig ihre Form ändern, jedoch die selbe grundstruktur beibehalten. So sehr ich auch versuche ihr auf den Grund zu gehen, den ursprünglichen konflikt meiner Gefühle zu identifizieren, um nicht einfach die symptome zu lindern, sondern die tatsächliche entstehungsdynamik nachzuvollziehen und den zwang soit aufzulösen, so wie man eine schleife aufzieht - ich werde einfach daraus nicht schlau
die beschaffenheit der zwangserkrankung lassen mich stark daran zweifeln, dass es sich dabei bloß um eine neurophysiologische fehlfunktion handelt.
hat jemand von euch vielleicht schon eine schlüsselidee gehabt? oder welche erkenntnisse zur ursprünglichen entstehung des zwangs sind euch gekommen?
vielleicht können wir diese hier sammeln und möglicherweise gemeinsamkeiten finden.
nehmt mir meine groß- und kleinschreibung nicht übel.

russiloni

2

Freitag, 31. Dezember 2010, 02:31

Hi Russolini und willkommen im Forum!

Manchmal dauert es Jahre, bis man für sich selbst die Mechanismen versteht und den Sinn, der dahinter liegt, das gelingt einem teils nur mit ein wenig Abstand zu sich selbst.

Zu ausschließlichen Zwangsgedanken ohne daran gekoppelte Handlungen, möchte ich nichts sagen, da bei mir die Gedanken ab einer bestimten Zeit sozusagen in Handlungen übergingen bzw ersetzt wurden, was punktuell betrachtet mehr Ruhe in den Zwang gebracht hat, als wenn eine Gedankenschleife auf Repeat abläuft.

Ich würde allgemein sagen, aus meiner eigenen Erfahrung, Zwänge dienen als Ersatz, unter anderem als Schutz- und Abgrenzungsmechanismus, um Sicherheit herzustellen, die auf andere Weise nicht erlangt werden kann und gleichzeitig auch als Konfliktlösung und Ersatzhandlung für Konflikte.

Inwieweit sich das auch auf Zwangsgedanken übertragen läßt, falls dies überhaupt möglich ist, weiß ich nicht.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

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Jake_Sully

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3

Dienstag, 4. Januar 2011, 04:57

Zitat

Original von Russolini
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich verbringe täglich stunden damit, das rätsel zu entschlüsseln, welcher mögliche konflikt den Zwängen möglicherweise zugrunde liegen mag. ... die beschaffenheit der zwangserkrankung lassen mich stark daran zweifeln, dass es sich dabei bloß um eine neurophysiologische fehlfunktion handelt.
... oder welche erkenntnisse zur ursprünglichen entstehung des zwangs sind euch gekommen?

Psychosomatik und Körper-Chemie beeinflussen meine Allergie und meinen Zwang. Mein Zwang ist am stärksten nach ausgeheilter Schwarzhaarfärbung (Haarporen geschlossen) + psychische Belastung. Allergiker und zwanghafte Persönlichkeit bin ich seit der Wende, (war 29J.alt) seitdem ich mich mit Konservierungsstoff-angereicherte West-Lebensmittel ernähre. Richtig-zwangskrank wurde ich erst 2008, (war 46J.alt) nachdem ich Clark-Theorie-Buch las und Trauma-Erlebnis hatte. Bin jetzt EU-Rentner bezüglich Zwangkrankheit.

4

Dienstag, 4. Januar 2011, 22:50

Hallo Russolini,

ich teile voll und ganz die Auffassung von Hermit.

Zusätzlich kann ich sagen, dass ich mich versuche, mich mit den Zwängen zu beruhigen, so widersprüchlich sich das auch anhört. Sie sind mein Ventil, ich lasse Dampf ab.
Leider bin ich dann wieder sauer, dass mich die Zwänge so im Griff haben.

LG
Lisa